Die Notwendigkeit von strukturierten Daten in 2017

Optimization Geschrieben von Henrik Hefelmann

Mit strukturierten Daten werden oft auftretende Datenarten standardisiert. Dadurch können beispielsweise Suchmaschinen die Bedeutung der Daten leichter erfassen und diese dann entsprechend einordnen. Strukturierte Daten tragen also dazu bei, dass Informationen im Internet für Suchmaschinen semantisch verständlich werden.

Henrik Hefelmann

Specialist SEO/Digital Analytics

Die Notwendigkeit von strukturierten Daten in 2017

Rich Snippets und Search Features

Strukturierte Daten sind oft auch die Grundlage für eine erweiterte Ergebnisdarstellung in den Suchmaschinen. Diese Darstellungen sind unter den Begriffen „Rich Snippets“ oder „Search Features“ bekannt. Bei Google sieht man dann bspw. eine Darstellung der Bewertungsergebnissen mit Sternen und Preisangabe:

 

 

 

 

Auch der Knowledgegraph auf der rechten Seite bezieht viele Informationen aus Strukturierten Daten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber nicht nur Google kann die Ergebnisdarstellung bei Einsatz Strukturierter Daten. Hier ein Beispiel von Bing:

 

 

 

 

Google unterscheidet bei den Search Features zwei Kategorien:

  1. Content type: Eigenschaften und Daten, die nur bei einer Klasse von Inhalten ausgespielt werden, beispielsweise bei einer Buchbeschreibung.
  2. Enhancements: Eigenschaften, die bei mehreren Inhaltstypen ausgespielt werden können. Beispiel: Bewertungsangabe eines Produkts.

 

Beispiele für Enhancements:

  1. Breadcrumb-Navigation
  2. Unternehmenskontaktinformationen
  3. Logos
  4. Bevorzugter Seitenname
  5. Socialmedia Profil Links

Beispiele für Content Types:

  1. Artikel
  2. Bücher
  3. Kurse
  4. Datensets
  5. Ereignisse
  6. Faktenchecks
  7. Stellenanzeigen
  8. Regionale Geschäfte
  9. Musik
  10. Podcasts
  11. Produkte
  12. Rezepte
  13. Bewertungen
  14. Filme und TV
  15. Videos

 

Syntax der Strukturierten Daten

Es hat sich in der Vergangenheit mehr als ein Standard als Syntax der strukturierten Daten herausgebildet. So gibt es heute mindestens vier Standards die miteinander konkurrieren:

  1. Microformats: Dies ist ein älterer Standard für strukturierte Daten. Ein häufig verwendetes Mikroformat ist das Attribut „rel“, z. B. bei der Meta-Tag-Angabe: rel=“noindex, nofollow“.
  2. Microdata: Bei diesem Standard werden HTML-Tags mit Attributen wie bspw. „itemtype“ oder „itemprop“ ergänzt. Die Eigenschaften werden direkt in den Quelltext geschrieben.
  3. RDFa: Auch bei RDFa 1.1 und RDFa Lite (ein vereinfachtes Subset von RDFa für Einsteiger) werden die semantischen Angaben den HTML-Tags hinzugefügt.
  4. JSON-LD: Bei dieser Syntax können die semantischen Informationen vom Quelltext getrennt werden. Dadurch ist es bspw. möglich, strukturierte Daten durch den Google-Tag-Manager hinzuzufügen. Dieses Format hat auch Vorteile bei einem Website Relaunch, da JSON-LD in der Regel kein Bestandteil des Website-Quelltextes ist.

Obwohl alle strukturierten Datenformate von Google gelesen und ausgewertet werden, empfiehlt die Suchmaschine die Verwendung von JSON-LD.

 

Prüfung der strukturierten Daten

Die korrekte Implementierung strukturierter Daten sollte immer validiert werden, denn es können sich leicht Fehler einschleichen.

Das ist beispielsweise mit dem Structured-Data-Testing-Tool von Google möglich.

 

Der Google Data Highlighter

Außer mit diesen Datenformaten ist es auch möglich, der Suchmaschine mit dem Data Highlighter semantische Informationen zur Website mitzuteilen. Den Data Highlighter findet man in der Google Search Console.

Vorteile des Google Data Highlighter:

  1. Einfach zu bedienen.
  2. Keine Änderungen am Quelltext notwendig.

Nachteile des Google Data Highlighter:

  1. Die Angaben, die man im Google Data Highlighter macht, stehen nur Google, aber keinen anderen Suchmaschinen zur Verfügung.
  2. Bei einem Relaunch muss der Data Highlighter erneut eingesetzt werden.

 

Definition der Semantik der strukturierten Daten

Neben der Syntax der strukturierten Daten sind auch der semantische Aufbau und die Hierarchien der Semantik von Bedeutung. Um diese zu vereinheitlichen haben die Suchmaschinenbetreiber Google, Microsoft, Yahoo und Yandex die Webseite http://schema.org/ ins Leben gerufen. Auf schema.org werden die Hierarchien, Bedeutungen, Eigenschaften und Datentypen für strukturierte Daten festgelegt.

Strukturierte Daten sind auch im Jahr 2017 notwendig. Bei neuen Webseiten sollte man das Syntax-Format JSON-LD verwenden, ältere Formate werden jedoch auch noch unterstützt. Da der Google Highlighter Nachteile bei Website-Relaunches hat und andere Suchmaschinen als Google nicht unterstützt, raten wir von einer Verwendung ab. Beim semantischen Aufbau sollte man sich an die Vorgaben von http://schema.org halten. Und wenn die Strukturierten Daten schließlich erfolgreich mit dem Structured-Data-Testing-Tool validiert wurden steht einer prominenten Darstellung mit Rich Snippets auf den Suchergebnisseiten nichts mehr im Wege!